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	<title>Sprachwissen Archive - Lektorat Kanut Kirches</title>
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	<description>Lektorat, Schreibcoaching und Übersetzung</description>
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	<title>Sprachwissen Archive - Lektorat Kanut Kirches</title>
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		<title>Plastik- und Blähwörter</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/von-plastikwoertern-und-blaehwoertern-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2022 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Eine kurze Erklärung der Begriffe Plastikwörter und Blähwörter – und warum es sinnvoll ist, sie zu vermeiden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/von-plastikwoertern-und-blaehwoertern-2/">Plastik- und Blähwörter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Wir neigen dazu, umständliche Formulierungen zu verwenden und Sätze mit leeren Worten zu füllen. Das geschieht automatisch, wenn wir unsere Gedanken ungefiltert niederschreiben. Umso wichtiger ist es, den ersten Entwurf noch einmal durchzugehen und zu prüfen, ob sich Formulierungen optimieren lassen oder ob zu viele Plastikwörter oder Blähwörter verwendet wurden. Doch was ist damit gemeint?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Plastikwörter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff Plastikwörter wurde vom Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen geprägt. Er versteht darunter stereotype Begriffe, die zu unpräzise sind, um wirklich einen Inhalt zu vermitteln. Beispiele dafür sind Wörter wie „Modell“, „Bereich“ oder „Problem“. Das sind keine außergewöhnlichen Wörter, wir alle wissen grundsätzlich, was darunter zu verstehen ist. Doch gerade weil sie so inflationär gebraucht werden, haben sie mit der Zeit an Bedeutung verloren und sind mittlerweile fast nichtssagend. Sprechen Sie besser vom Spezifischen statt vom Allgemeinen und suchen Sie nach präzisen Synonymen, statt abgenutzte Stereotype zu verwenden. Das macht den Text interessanter und verständlicher.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Blähwörter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff Plastikwörter wurde vom Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen geprägt. Er versteht darunter stereotype Begriffe, die zu unpräzise sind, um wirklich einen Inhalt zu vermitteln. Beispiele dafür sind Wörter wie „Modell“, „Bereich“ oder „Problem“. Das sind keine außergewöhnlichen Wörter, wir alle wissen grundsätzlich, was darunter zu verstehen ist. Doch gerade weil sie so inflationär gebraucht werden, haben sie mit der Zeit an Bedeutung verloren und sind mittlerweile fast nichtssagend. Sprechen Sie besser vom Spezifischen statt vom Allgemeinen und suchen Sie nach präzisen Synonymen, statt abgenutzte Stereotype zu verwenden. Das macht den Text interessanter und verständlicher.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="724" data-id="19126" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2-1024x724.png" alt="" class="wp-image-19126" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2-1024x724.png 1024w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2-300x212.png 300w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2-150x106.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2-768x543.png 768w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2-1536x1086.png 1536w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2022/07/Kopie-von-Blaehwoerter-2.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ungünstige Formulierungen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur einzelne Wörter können unpräzise oder aufgebläht sein, sondern auch ganze Wortgruppen. Ein Beispiel dafür sind Formulierungen wie: „Er begann, sich auf den Weg zu machen.“ Wenn ausdrücklich betont werden soll, dass die Tätigkeit in diesem Moment anfängt – und vielleicht auch nicht zu Ende geführt wird –, ist das passend. In allen anderen Fällen genügt aber die Aussage: „Er machte sich auf den Weg.“ Das ist direkter und unkomplizierter, doch der Inhalt bleibt der gleiche.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Leere Sätze</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal fügen wir Sätze in unseren Text ein, die keine Bedeutung tragen. Sie wiederholen nur, was bereits vermittelt wurde, oder sagen nicht aus. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Satz nötig ist, streichen Sie ihn probehalber und lesen Sie den Text erneut durch. Fehlt irgendetwas oder funktioniert der Text noch so gut wie vorher? Falls Letzteres der Fall ist, lassen Sie den Satz getrost weg. Ihr Text profitiert davon. Auf die gleiche Weise können Sie unnötige Wörter aus Ihrem Text streichen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das richtige Maß</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich ist es nicht verboten, diese Wörter und Formulierungen zu verwenden. Manchmal bringen sie Abwechslung in den Text oder sie entsprechen der Gewohnheit eines bestimmten Fachbereichs. Wichtig ist nur, es nicht zu übertreiben. Vermitteln Sie Ihre Botschaft mit so wenigen und einfachen Worten wie möglich. Das macht Texte nicht nur verständlicher, sondern auch wirkungsvoller.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/von-plastikwoertern-und-blaehwoertern-2/">Plastik- und Blähwörter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verwechslungsgefahr: anscheinend vs. scheinbar</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/verwechslungsgefahr-anscheinend-vs-scheinbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2022 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder höre und lese ich es: Menschen benutzen „scheinbar“, wenn sie eigentlich „anscheinend“ meinen. Es handelt sich nicht um Synonyme! </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/verwechslungsgefahr-anscheinend-vs-scheinbar/">Verwechslungsgefahr: anscheinend vs. scheinbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Man liest und hört es täglich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder höre und lese ich es, egal ob in privaten Blogs, Zeitungsartikeln oder in der Berichterstattung im TV: Menschen benutzen „scheinbar“, wenn sie eigentlich „anscheinend“ meinen. Achtung:&nbsp;<strong>Es handelt sich nicht um Synonyme!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist nur scheinbar eine Lappalie. Anscheinend kennen viel zu wenige Menschen den Unterschied. „Scheinbar“ verwendet man dann, wenn etwas nur so zu sein scheint. Wenn der kleine Tommy zum Beispiel nicht in die Schule möchte und seinem Vater weißmacht, er habe fürchterliche Kopfschmerzen, dann hat Tommy <em>scheinbar</em> Kopfschmerzen. Er hat also gar kein Kopfweh, sondern anscheinend keine Lust auf den bevorstehenden Vokabeltest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oh, da kam ja schon das zweite Wort: anscheinend. Hier wird eine Vermutung ausgedrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist das da drüben Martins Ehefrau?“<br>„<em>Anscheinend</em> schon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kann nicht „scheinbar“ verwendet werden. Außer man weiß, dass es sich eigentlich um eine Person handelt, die sich als Martins Frau ausgibt. In dem Fall handelt es sich also nur scheinbar um Martins tatsächliche Ehefrau.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Schein trügt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Duden findet sich ein gutes Beispiel für die korrekte Verwendung von „scheinbar“:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die meisten Abstürze passieren in scheinbar harmlosem Gelände.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird ausgedrückt, dass das Gelände nur harmlos wirkt, tatsächlich aber gefährlich ist – auch wenn das viele wohl erst im Moment des Abstürzens erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was können Sie tun, wenn Sie bei der Verwendung unsicher sind? Hier hilft der Blick auf Synonyme:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="724" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2-1024x724.png" alt="" class="wp-image-18950" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2-1024x724.png 1024w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2-300x212.png 300w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2-150x106.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2-768x543.png 768w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2-1536x1086.png 1536w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2021/11/Kopie-von-Anscheinend-vs.-Scheinbar-2.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Im Zweifelsfalle: anscheinend</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sieht das für mich im Alltag aus? Innerlich zucke ich immer zusammen, wenn ich die falsche Verwendung von „scheinbar“ höre. Allerdings lasse ich mir in der Regel nichts anmerken – denn es ist ja klar, was gemeint ist. Und wer weiß, vielleicht setzt sich diese Bedeutung durch den starken umgangssprachlichen Gebrauch irgendwann auch offiziell durch</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einfache Faustregel: Fast immer ist „anscheinend“ gemeint, wenn „scheinbar“ gesagt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/verwechslungsgefahr-anscheinend-vs-scheinbar/">Verwechslungsgefahr: anscheinend vs. scheinbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
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		<title>Die Grußformel und das Komma</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/die-grussformel-und-das-komma-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2022 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder fällt es mir in E-Mails auf: Offensichtlich besteht große Unsicherheit in Bezug auf die Grußformel. Viele meiner digitalen Gesprächspartner*innen fügen ein Komma hinter der Formel ein. Dabei ist das schlichtweg falsch. Hinter eine solche Grußformel gehört im Deutschen kein Komma oder ein anderes Satzzeichen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/die-grussformel-und-das-komma-2/">Die Grußformel und das Komma</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder fällt es mir in E-Mails auf: Offensichtlich besteht große Unsicherheit in Bezug auf die Grußformel. Manche meiner digitalen Gesprächspartner:innen fügen ein Komma hinter der Formel (Mit freundlichen Grüßen, viele/herzliche Grüße o. Ä.) ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist das schlichtweg falsch. Hinter eine solche Grußformel gehört im Deutschen kein Komma oder anderes Satzzeichen. Die Dudenredaktion sagt dazu Folgendes:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die Grußformel wird mit einer Leerzeile Abstand unter den Text gesetzt. […] Die Grußformel steht ohne Komma, Punkt oder Ausrufezeichen. (Gelber Duden, »Die deutsche Rechtschreibung, Band 1«, Auflage von 2017, S. 120.)</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu findet sich im Duden auch ein anschauliches Beispiel-Anschreiben. So sieht es aus:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Sehr geehrter Herr Schmidt,</p><p>gestern erhielten wir Ihre Nachricht vom …</p><p>Wir würden uns freuen, Sie bald hier begrüßen zu können.</p><p>Mit freundlichen Grüßen</p><p>Kraftwerk AG</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch sehe ich es immer wieder in E-Mails oder Briefen. Woher kommt dieser Fehler? Weil man parallel zur Zeichensetzung in der Anrede arbeitet? Weil es im Englischen so gehandhabt wird? Dort wird nämlich ein Komma gesetzt.</p>



<h4 class="wp-block-heading" id="eine-eindeutige-sache">Eine eindeutige Sache</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Oder weil man die Abgrenzung zwischen Grußformel und Name betonen möchte? Ich tippe auf Letzteres, verbunden mit der Gewohnheit, etwas mit einem Satzzeichen abzuschließen, wobei gemäß dieser Logik nach dem Namen ein Punkt folgen müsste, oder? Angesichts der Häufung dieses Fehlers könnte ich mir allerdings vorstellen, dass die Dudenredaktion die Schreibweise früher oder später akzeptiert. Wir werden sehen. <strong>Nach aktuellen Rechtschreibregeln steht das Komma nach der Grußformel jedoch nicht zur Wahl, sondern ist schlichtweg falsch!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regel gilt auch, wenn der Gruß in den letzten Satz der Nachricht eingebunden wird. In dem Fall wird empfohlen, den Beginn der Grußformel kleinzuschreiben, jedoch trotzdem kein Komma am Ende zu setzen. Ein Beispiel hierfür:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und verbleiben</p><p>mit freundlichen Grüßen</p><p>Ihr Energieversorger</p></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wollen sichergehen, dass Ihr Anschreiben, Ihr Werbe-Mailing oder Ihr Newsletter korrekt formuliert sind? <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/kontakt/">Schreiben Sie mir.</a></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Plastikwörtern und Blähwörtern</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/von-plastikwoertern-und-blaehwoertern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2020 13:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lektorat-kanut-kirches.de/?p=18379</guid>

					<description><![CDATA[<p>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Eine kurze Erklärung der Begriffe Plastikwörter und Blähwörter – und warum es sinnvoll ist, sie zu vermeiden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/von-plastikwoertern-und-blaehwoertern/">Von Plastikwörtern und Blähwörtern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Wir neigen dazu, umständliche Formulierungen zu verwenden und Sätze mit leeren Worten zu füllen. Das geschieht automatisch, wenn wir unsere Gedanken ungefiltert niederschreiben. Umso wichtiger ist es, den ersten Entwurf noch einmal durchzugehen und zu prüfen, ob sich Formulierungen optimieren lassen oder ob zu viele Plastikwörter oder Blähwörter verwendet wurden. Falls Sie sich jetzt fragen, was das überhaupt ist – hier eine kurze Erklärung.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Plastikwörter</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff Plastikwörter wurde geprägt
von dem Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen. Er versteht darunter stereotype
Begriffe, die zu unpräzise sind, um wirklich einen Inhalt zu vermitteln.
Beispiele dafür sind Wörter wie „Modell“, „Bereich“ oder „Problem“. Das sind
keine außergewöhnlichen Wörter, wir alle wissen grundsätzlich, was darunter zu
verstehen ist. Doch gerade weil sie so inflationär gebraucht werden, haben sie
mit der Zeit an Bedeutung verloren – und sind mittlerweile fast nichtssagend. Sprechen
Sie besser vom Spezifischen statt vom Allgemeinen und suchen Sie nach präzisen
Synonymen, statt abgenutzte Stereotype zu verwenden. Das macht den Text
interessanter und verständlicher.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Blähwörter</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Phänomen sind
Blähwörter, mit denen sich unter anderem der Journalist und Sprachkritiker Wolf
Schneider intensiv befasst hat. Diese Wörter sind unnötig lang und kompliziert.
Sie klingen wichtig, aber sind eigentlich nur aufgeblähte Versionen kürzerer
Wörter, die genauso gut verwendet werden könnten. „Gefahr“ wird dann zu
„Gefahrenpotenzial“, „Probleme“ werden zu „Problematiken“ und aus „Zielen“
werden „Zielsetzungen“. Die deutsche Sprache bietet sich dazu an, lange Wörter
zu bilden, aber das heißt nicht, dass man es immer tun sollte. Nicht umsonst
heißt es: In der Kürze liegt die Würze.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter-1024x724.png" alt="" class="wp-image-18425" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter-1024x724.png 1024w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter-300x212.png 300w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter-150x106.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter-768x543.png 768w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter-1536x1086.png 1536w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2020/11/Blähwörter.png 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Ungünstige Formulierungen</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur einzelne Wörter können
unpräzise oder aufgebläht sein, sondern das gilt auch für ganze Wortgruppen. Ein
gutes Beispiel dafür sind Formulierungen wie: „Er begann, sich auf den Weg zu
machen.“ Wenn ausdrücklich betont werden soll, dass die Tätigkeit in diesem
Moment anfängt – und vielleicht auch nicht zu Ende geführt wird –, ist das
passend. In allen anderen Fällen genügt aber die Aussage: „Er machte sich auf
den Weg.“ Das ist direkter und unkomplizierter, doch der Inhalt bleibt der
gleiche.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Leere Sätze</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal fügen wir Sätze in unseren
Text ein, die keine Bedeutung tragen. Sie wiederholen nur, was bereits vermittelt
wurde, oder sagen nicht aus. Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Satz nötig
ist, streichen Sie ihn probehalber und lesen Sie den Text erneut durch. Fehlt
irgendetwas oder funktioniert der Text noch so gut wie vorher? Falls Letzteres
der Fall ist, können Sie den Satz getrost weglassen. Ihr Text kann davon nur
profitieren. Auf die gleiche Weise können Sie unnötige Wörter aus Ihrem Text
streichen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Das richtige Maß entscheidet</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich ist es nicht verboten,
diese Wörter und Formulierungen zu verwenden. Manchmal fällt einem keine
bessere Alternative ein, manchmal bringen sie Abwechslung in den Text oder sie
klingen schlicht besser. Wichtig ist nur, darauf zu achten, es nicht zu
übertreiben. Versuchen Sie, Ihre Botschaft mit so wenigen und einfachen Worten
wie möglich zu vermitteln. Das macht Texte nicht nur verständlicher, sondern
auch wirkungsvoller.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/von-plastikwoertern-und-blaehwoertern/">Von Plastikwörtern und Blähwörtern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Punkt, Komma, Strich – die häufigsten Zeichensetzungsfehler</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/punkt-komma-strich-die-haeufigsten-zeichensetzungsfehler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2020 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lektorat-kanut-kirches.de/?p=18319</guid>

					<description><![CDATA[<p>Muss hier ein Komma hin? Darf hier ein Komma hin? Wann verwende ich Auslassungszeichen und was ist eigentlich dieser Gedankenstrich, von dem alle immer reden?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/punkt-komma-strich-die-haeufigsten-zeichensetzungsfehler/">Punkt, Komma, Strich – die häufigsten Zeichensetzungsfehler</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Viele Autorinnen und Autoren verzweifeln an der
Zeichensetzung. Sie wissen zwar, wie sie Stimmungen erzeugen können, treffen
die richtigen Worte und können poetische Sätze formulieren. Aber diese Sätze
auch noch in eine fehlerfreie Form zu bringen, ist eine ganz andere Sache. Muss
hier ein Komma hin? Darf hier ein Komma hin? Wann verwende ich
Auslassungszeichen und was ist eigentlich dieser Gedankenstrich, von dem alle
immer reden?</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>1. Kommasetzung</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wir alle wurden in der Schule mit der Kommasetzung gequält, aber
auch als Erwachsene wissen die Wenigsten sicher, wann ein Komma gesetzt werden
muss, wann es optional ist und wann dort schlicht keins hingehört. Doch wie
sagt man so schön? Satzzeichen können Leben retten. Denn zwischen „Wir essen
jetzt, Opa!“ und „Wir essen jetzt Opa!“ besteht ein kleiner, aber feiner
Unterschied.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gesamten Regeln der Kommasetzung hier aufzulisten, würde
zu weit führen, aber es sollen zumindest einige repräsentative Beispiele
genannt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der Hauptfunktion von Kommata besteht darin, einzelne
Satzabschnitte voneinander zu trennen, wobei das Komma hierbei zum Teil
optional ist:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Trennung von Haupt- und Nebensätzen: Ich gehe
ins Bett, weil ich müde bin.</li><li>Abtrennung von Infinitivgruppen: Hast du Lust,
mit mir ins Kino zu gehen?</li><li>Satzeinschübe: Heute wird Thomas, mein kleiner
Bruder, eingeschult.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Auch einzelne Wörter können durch Kommata abgetrennt werden:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Aufzählung: Für den Obstsalat brauchen wir
Äpfel, Bananen, Trauben und Beeren.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Komma wird hingegen in den folgenden Fällen gesetzt:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>sowohl als auch: Die Aufgabe wird sowohl von
Peter als auch von Jana erledigt. </li><li>weder noch: Robert hat weder eine Frau noch
Kinder.</li><li>sowie: Der helle sowie der dunkle Teig müssen
gut durchgeknetet werden.</li></ul>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>2. Binde- vs. Gedankenstrich</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Schreibende vertauschen den Bindestrich (-) und den Gedankenstrich
(–), weil sie den Unterschied nicht kennen oder unsicher sind, wann welches
Zeichen verwendet werden muss. Dabei gibt bereits der Name einen Hinweis auf
die Verwendung. Der Bindestrich wird benutzt, wenn zwei Dinge miteinander
verbunden werden. Das ist zum Beispiel bei Wortaneinanderreihungen
(Magen-Darm-Grippe oder Sankt-Nikolaus-Straße) der Fall oder bei der Verbindung
von Wörtern mit einzelnen Zahlen oder Buchstaben (20-Jähriger oder
i-Tüpfelchen). Er wird auch dann gesetzt, wenn Wörter aufgrund eines
Zeilenumbruchs oder einer späteren Ergänzung (Kinder- und Jugendbuch) getrennt
werden. Der Gedankenstrich wird hingegen gesetzt, wenn ein Gedanke in einem
Satz abbricht, wechselt oder eingeschoben wird. Zum Beispiel: „Du und ich – wir
sind ein super Team.“ Er kann auch eine Denkpause betonen und anstelle eines
Punktes oder Komma genutzt werden: „Das ist richtig – aber ich finde es nicht
gut.“ Weiterhin kann der Gedankenstrich als Ersatz für das Wort „bis“ dienen.
Aus „Seite 20 bis 23“ wird dann „Seite 20–23“.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>3. Schrägstrich</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schrägstrich wird genutzt, um zwei oder mehr
Möglichkeiten darzustellen. Der häufigste Fehler besteht darin, ein Leerzeichen
vor und nach dem Zeichen einzufügen. Grundsätzlich wird der Schrägstrich jedoch
lückenlos verwendet. Eine Ausnahme kann nur dann gemacht werden, wenn die
einzelnen Glieder vor und nach dem Schrägstrich sich aus mehreren Wörtern
zusammensetzen. Dann können für die Verdeutlichung der Zusammengehörigkeit
Leerzeichen eingefügt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel: mein/dein</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber: meine Idee / deine Idee</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterhin kann der Schrägstrich bei der Angabe von Größen-
oder Zahlenverhältnissen genutzt werden (90 km/h). Auch hier wird auf
Leerzeichen verzichtet.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>4. Apostroph</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Kennen Sie Lokale mit Namen wie „Maria’s Kneipe“ oder „Manni’s Frittenbude“? Das sind gute Beispiele dafür, wann ein Apostroph falsch verwendet wird. Im Englischen wäre diese Schreibweise zwar korrekt, im Deutschen wird das „s“ jedoch ohne Apostroph angehängt. Korrekt wäre also „Mannis Frittenbude“. Die einzige Ausnahme bilden Wörter, die auf ein „s“ enden. Hier wird kein weiteres „s“ angehängt, sondern stattdessen ein Apostroph gesetzt. Wenn die Pommes in Zukunft also von Klaus verkauft werden, müsste es „Klaus’ Frittenbude“ heißen. Ein weiterer häufiger Fehler bei der Verwendung des Apostrophs besteht darin, dass schlicht das falsche Zeichen genutzt wird. Anstatt des Apostrophs (’) wird zum Beispiel ein einfaches schließendes Anführungszeichen verwendet (‘).</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>5. Auslassungspunkte</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Auslassungspunkte (…) genutzt werden, um eine
Aussparung zu markieren, liegt auf der Hand. Viele Leute setzen stattdessen
aber einfach nur drei einzelne Punkte hintereinander, weil sie nicht wissen,
dass es sich hierbei um ein eigenständiges Satzzeichen handelt.
Glücklicherweise helfen einige Textverarbeitungsprogramme wie Word hier aus,
indem sie drei Punkte automatisch in Auslassungspunkte umwandeln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auslassungspunkte werden zudem oft direkt an das letzte Wort angehangen. Das ist aber nur richtig, wenn tatsächlich dieses Wort abgebrochen und nicht fertig ausgeschrieben wird (Das hast du gut gem…). Wenn der Satz dagegen erst danach abbricht oder durch die Punkte eine Pause signalisiert werden soll, muss ein Leerzeichen zwischengeschaltet werden: „Das hast du gut gemacht …“</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Niemand ist perfekt</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder von uns hat schon mal den einen oder anderen dieser Fehler gemacht – und das ist auch völlig okay. Wer sich diese Stolpersteine aber einmal bewusst vor Augen führt und versteht, wie es richtig geht, kann sie in Zukunft leichter vermeiden. Das heißt nicht, dass Sie nun zum Zeichensetzungsprofi werden müssen. Dafür gibt es schließlich die Möglichkeit, Ihren Text ins Korrektorat zu geben. Doch je weniger Zeichensetzungsfehler Sie von Beginn an machen, desto weniger Arbeit und Zeit müssen Sie hinterher in die Überarbeitung Ihres Textes stecken. Ein kleiner Exkurs in die Welt der Rechtschreib- und Grammatikregeln lohnt sich also für alle Schreibenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind auf der Suche nach einem Korrektorat? Melden Sie sich gern über das <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/#kontakt">Kontaktformular</a>. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/punkt-komma-strich-die-haeufigsten-zeichensetzungsfehler/">Punkt, Komma, Strich – die häufigsten Zeichensetzungsfehler</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Testbericht: Duden Korrektor</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/testbericht-duden-korrektor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jun 2019 08:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lektorat-kanut-kirches.de/?p=17977</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn es um Fragen zur Rechtschreibung und Grammatik geht, ist der Duden die erste Anlaufstelle für Autoren und Lektoren. Auch ich nutze täglich das Online-Portal und schaue in der Regel in mindestens eine der Printausgaben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/testbericht-duden-korrektor/">Testbericht: Duden Korrektor</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wenn es um Fragen zur Rechtschreibung und Grammatik geht, ist der Duden die erste Anlaufstelle für Autoren und Lektoren. Auch ich nutze täglich das Online-Portal und schaue in der Regel in mindestens eine der Printausgaben. Damit wir nicht jedes Wort einzeln nachschlagen müssen, hat das Duden-Team gemeinsam mit der EPC Consulting &amp; Software GmbH ein Programm entwickelt, das Texte automatisch auf Fehler überprüft. Doch kann dieses die automatische Korrekturfunktion herkömmlicher Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word schlagen? Ich habe die Software freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen und an einem meiner Blogartikel ausgetestet.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie funktioniert es?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Duden Korrektor 13 ist eine Erweiterung für Microsoft
Office und erscheint nach der Installation in der obersten Taskleiste. Die
Textüberprüfung läuft nicht automatisch, während man schreibt, sondern muss
manuell ausgewählt werden. Hierfür wird der entsprechende Reiter „Duden
Korrektor“ ausgewählt, woraufhin eine Auswahl der Funktionen erscheint.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_1-1.png" alt="" class="wp-image-17996" width="659" height="121" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_1-1.png 879w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_1-1-150x27.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_1-1-300x55.png 300w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_1-1-768x141.png 768w" sizes="(max-width: 659px) 100vw, 659px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wird die Korrektur gestartet, müssen Sie einen Moment warten,
während das Programm den Text nach möglichen Fehlern durchsucht. Bei dem von
mir verwendeten Blogartikel mit einer Länge von etwa 900 Wörtern dauerte das
nur wenige Sekunden. Bei einem Manuskript im Umfang von 300 Seiten dauerte die
Auswertung aber fünfzehn Minuten. Hierfür sollten Sie Zeit einplanen – oder Sie
teilen den Text in mehrere Abschnitte ein und prüfen diese einzeln. Dabei
wiederholen sich allerdings einige Arbeitsschritte, weshalb ich zur ersten
Variante rate. Machen Sie einfach eine Pause, während das Programm arbeitet. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_2-1.png" alt="" class="wp-image-17997" width="448" height="574" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_2-1.png 448w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_2-1-117x150.png 117w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_2-1-234x300.png 234w" sizes="(max-width: 448px) 100vw, 448px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anschluss an die Analyse kann zwischen zwei Optionen
gewählt werden. Über „Direkt zur Korrektur“ wird mir der Text mit bunten
Markierungen angezeigt, die unterschiedliche Fehlertypen anzeigen, aufgeteilt
in Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Stil. Zusätzlich erscheint am
Seitenrand eine Auflistung aller gefundenen Fehler inklusive einer Erläuterung,
warum diese Formulierung möglicherweise falsch ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_3-1.png" alt="" class="wp-image-17998" width="314" height="236" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_3-1.png 314w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_3-1-150x113.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_3-1-300x225.png 300w" sizes="(max-width: 314px) 100vw, 314px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im oben gezeigten Fall handelt es sich um eine Überschrift,
weshalb kein Punkt am Ende gesetzt werden muss. Hierbei hilft die Erläuterung,
um zu entscheiden, ob die Änderung für mich sinnvoll ist oder nicht. Ich kann
wählen, ob ich die Änderung annehme oder ablehne, woraufhin das Programm dies
automatisch umsetzt. Manuell muss ich also in vielen Fällen gar nicht
eingreifen – auch wenn die Möglichkeit dazu besteht. Das spart bei häufig im
Manuskript vorkommenden Fehlern viel Zeit und Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer es sich noch einfacher machen will, nutzt die Funktion
„Alle annehmen“ oder „Alle ablehnen“. Dann werden automatisch alle
Änderungsvorschläge in den Text übernommen und Sie selbst müssen sich um nichts
mehr kümmern. Diese Funktion ist jedoch in aller Regel unbrauchbar, da das
Programm Fehler macht. Im oben dargestellten Fall hätte es beispielsweise einen
Punkt in die Überschrift eingesetzt, obwohl dort gar keiner hingehört. Daher
ist es absolut notwendig, die Änderungen einzeln durchzugehen und mit Verstand
zu prüfen. So lernen Sie dank der Erläuterungen vielleicht sogar etwas Neues
dazu und machen in Zukunft nicht noch einmal den gleichen Fehler.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht alles ist perfekt</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn ich auf den ersten Blick angetan bin von der
Leistung des Duden Korrektors, ist es am Ende doch nur ein Programm, das nicht
mitdenkt. Oben habe ich bereits das Beispiel der Überschrift angeführt. Hier
auch noch ein Ausschnitt aus der Korrektur eines Manuskripts:</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_4-1.png" alt="" class="wp-image-17999" width="647" height="63" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_4-1.png 862w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_4-1-150x15.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_4-1-300x29.png 300w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_4-1-768x75.png 768w" sizes="(max-width: 647px) 100vw, 647px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fehler ist an dieser Stelle offensichtlich: Das Komma,
das die wörtliche Rede vom Folgesatz trennt, wurde vergessen. Dass ein Fehler
vorliegt, wird vom Duden Korrektor auch korrekt festgestellt. Der Fehlertyp und
der darauf basierende Verbesserungsvorschlag sind jedoch falsch. Das Programm
markiert es als Rechtschreibfehler und schlägt vor, das Verb großzuschreiben.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_5-1.png" alt="" class="wp-image-18000" width="311" height="223" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_5-1.png 311w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_5-1-150x108.png 150w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_5-1-300x215.png 300w" sizes="(max-width: 311px) 100vw, 311px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich hier blind auf das Programm verlässt und die
Änderung übernimmt, baut einen neuen Fehler ein, anstatt eine Verbesserung
vorzunehmen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als sich durch jeden
einzelnen Punkt zu klicken – was angesichts der vielen Änderungsvorschläge,
Kategorisierungen und Erläuterungen einige Zeit in Anspruch nimmt, besonders
bei umfangreicheren Projekten. Hierbei wirkt die Zahl der gefundenen Fehler
zunächst oft erschlagend, wie das folgende Beispiel der Auswertung eines
Manuskripts mit einer Länge von etwa 180 Normseiten zeigt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_6-1.png" alt="" class="wp-image-18001" width="206" height="410" srcset="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_6-1.png 275w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_6-1-76x150.png 76w, https://www.lektorat-kanut-kirches.de/wp-content/uploads/2019/06/Duden_Korrektor_6-1-151x300.png 151w" sizes="(max-width: 206px) 100vw, 206px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Darunter sind auch viele Eigennamen – die fälschlicherweise
als Fehler markiert werden, sich allerdings recht einfach ausklammern lassen –
sowie andere Fehler, die eigentlich gar keine sind. Am besten funktioniert der Duden
Korrektor also in Kombination mit Sprachgefühl und gesundem Menschenverstand.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fazit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Duden Korrektor arbeitet deutlich genauer als die in
Word integrierte Textüberprüfung und ist somit eine sinnvolle Ergänzung zu
dieser. Das gilt insbesondere, wenn Sie Wert darauf legen, die von der
Dudenredaktion empfohlenen Schreibweisen zu verwenden. Beispiele dafür sind
„potenziell“ und „potentiell“ oder „noch mal“ und „nochmal“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Duden Korrektor ist also ein nützliches Hilfstool, um
einem Text den letzten Feinschliff zu geben. Zur schnellen Fehlerprüfung
zwischendurch eignet es sich gerade bei längeren Dokumenten aber weniger, da
die Korrektur – insbesondere das Abarbeiten der Vorschläge – hierfür zu lange
dauert. Eine Anschaffung lohnt sich in meinen Augen also beispielsweise dann,
wenn Sie sich mit einer Software zusätzlich absichern wollen, die
Duden-Schreibweise zu verwenden und keine Flüchtigkeitsfehler zu übersehen.
Dafür eignet sich das Programm wirklich gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wollen sich nicht auf ein Computerprogramm verlassen? Dann holen Sie sich <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/#kontakt">professionelle Hilfe zur Überarbeitung Ihrer Texte</a>. </p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph">Info aus der Pressemitteilung von EPC: Der Duden Korrektor 13.0 für Microsoft Office unterstützt Microsoft Word und Outlook ab Version 2010 auf Windows 7, 8 und 10. Er ist unter <a href="http://dkms.epc.de">http://dkms.epc.de</a> als Download erhältlich und kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden. Der Preis für die unbegrenzt nutzbare Lizenz beträgt pro Arbeitsplatz 79,– €. Eine Kurzzeitlizenz für sechs Monate ist schon für 29,– € erhältlich (Preise zzgl. MwSt.).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/testbericht-duden-korrektor/">Testbericht: Duden Korrektor</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#Lektorenalltag: anscheinend &#038; scheinbar</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/lektorenalltag-anscheinend-scheinbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2018 13:03:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lektorat-kanut-kirches.de/?p=17621</guid>

					<description><![CDATA[<p>Immer wieder höre und lese ich es, egal ob in privaten Blogs, Zeitungsartikeln oder zuletzt in der Sportberichterstattung im TV: Menschen sagen „scheinbar“, wenn sie eigentlich „anscheinend“ meinen. Achtung: Es handelt sich nicht um Synonyme! Das ist nur scheinbar eine Lappalie. Anscheinend kennen viel zu wenige den Unterschied. „Scheinbar“ verwendet man dann, wenn etwas nur so zu sein scheint. Wenn der kleine Tommy zum Beispiel nicht in die Schule möchte und seiner Mutter weißmacht, er habe fürchterliche Kopfschmerzen, dann hat Tommy scheinbar Kopfschmerzen. Er hat also gar keine Kopfweh, sondern anscheinend keine Lust auf den bevorstehenden Vokabeltest. Oh, da kam ja schon das zweite Wort: anscheinend. Hier wird eine Vermutung ausgedrückt. „Ist das da drüben die Ehefrau des Chefs?“„Anscheinend schon.“ Hier kann nicht „scheinbar“ verwendet werden. Außer man weiß, dass es sich eigentlich um eine Escortdame handelt, die sich als Frau des Chefs ausgibt, dass es sich also nur scheinbar um die tatsächliche Ehefrau des Chefs handelt. Übrigens ist fast immer „anscheinend“ gemeint, wenn im täglichen Sprachgebrauch „scheinbar“ gesagt wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/lektorenalltag-anscheinend-scheinbar/">#Lektorenalltag: anscheinend &#038; scheinbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder höre und lese ich es, egal ob in privaten Blogs, Zeitungsartikeln oder zuletzt in der Sportberichterstattung im TV: Menschen sagen „scheinbar“, wenn sie eigentlich „anscheinend“ meinen. Achtung: <strong>Es handelt sich nicht um Synonyme!</strong></p>
<p>Das ist nur scheinbar eine Lappalie. Anscheinend kennen viel zu wenige den Unterschied. „Scheinbar“ verwendet man dann, wenn etwas nur so zu sein scheint. Wenn der kleine Tommy zum Beispiel nicht in die Schule möchte und seiner Mutter weißmacht, er habe fürchterliche Kopfschmerzen, dann hat Tommy scheinbar Kopfschmerzen. Er hat also gar keine Kopfweh, sondern anscheinend keine Lust auf den bevorstehenden Vokabeltest.</p>
<p>Oh, da kam ja schon das zweite Wort: anscheinend. Hier wird eine Vermutung ausgedrückt.</p>
<p>„Ist das da drüben die Ehefrau des Chefs?“<br>„Anscheinend schon.“</p>
<p>Hier kann nicht „scheinbar“ verwendet werden. Außer man weiß, dass es sich eigentlich um eine Escortdame handelt, die sich als Frau des Chefs ausgibt, dass es sich also nur scheinbar um die tatsächliche Ehefrau des Chefs handelt.</p>
<p>Übrigens ist fast immer „anscheinend“ gemeint, wenn im täglichen Sprachgebrauch „scheinbar“ gesagt wird.</p>


<hr class="wp-block-separator is-style-default"/>



<div class="wp-block-button aligncenter"><a class="wp-block-button__link has-background" href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/die-grussformel-und-das-komma/" style="background-color:#be0203">Ein weit verbreiteter Fehler: das Komma nach der Grußformel. Mehr dazu lesen Sie hier.</a></div>



<hr class="wp-block-separator is-style-default"/>


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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Grußformel und das Komma</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/die-grussformel-und-das-komma/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2018 06:48:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.lektorat-kanut-kirches.de/?p=17517</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Grußformel und das Komma Immer wieder fällt es mir in E-Mails auf: Offensichtlich besteht große Unsicherheit in Bezug auf die Grußformel. Viele meiner digitalen Gesprächspartner fügen ein Komma hinter der Formel (Mit freundlichen Grüßen, viele/herzliche Grüße o. Ä.) ein. Dabei ist das schlichtweg falsch. Hinter eine solche Grußformel gehört im Deutschen kein Komma oder anderes Satzzeichen. Die Dudenredaktion sagt dazu Folgendes: Die Grußformel wird mit einer Leerzeile Abstand unter den Text gesetzt. […] Die Grußformel steht ohne Komma, Punkt oder Ausrufezeichen. (Gelber Duden, »Die deutsche Rechtschreibung, Band 1«, Auflage von 2017, S.120.) Dazu findet sich im Duden auch ein anschauliches Beispiel-Anschreiben. So sieht es aus: Sehr geehrter Herr Schmidt, gestern erhielten wir Ihre Nachricht vom … Wir würden uns freuen, Sie bald hier begrüßen zu können. Mit freundlichen Grüßen Kraftwerk AG Dennoch sehe ich es immer wieder in E-Mails oder Briefen. Woher kommt dieser Fehler? Weil man parallel zur Zeichensetzung in der Anrede arbeitet? Weil es im Englischen so gehandhabt wird? Dort wird nämlich ein Komma gesetzt. Oder weil man die Abgrenzung zwischen Grußformel und Name betonen möchte? Ich tippe auf letzteres, verbunden mit der Gewohnheit, etwas mit einem Satzzeichen abzuschließen, wobei gemäß dieser Logik nach dem Namen ein Punkt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/die-grussformel-und-das-komma/">Die Grußformel und das Komma</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Grußformel und das Komma</strong></p>
<p>Immer wieder fällt es mir in E-Mails auf: Offensichtlich besteht große Unsicherheit in Bezug auf die Grußformel. Viele meiner digitalen Gesprächspartner fügen ein Komma hinter der Formel (Mit freundlichen Grüßen, viele/herzliche Grüße o. Ä.) ein.<br />
Dabei ist das schlichtweg falsch. Hinter eine solche Grußformel gehört im Deutschen kein Komma oder anderes Satzzeichen. Die Dudenredaktion sagt dazu Folgendes:</p>
<blockquote><p>Die Grußformel wird mit einer Leerzeile Abstand unter den Text gesetzt. […] Die Grußformel steht ohne Komma, Punkt oder Ausrufezeichen. (Gelber Duden, »Die deutsche Rechtschreibung, Band 1«, Auflage von 2017, S.120.)</p></blockquote>
<p>Dazu findet sich im Duden auch ein anschauliches Beispiel-Anschreiben. So sieht es aus:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Schmidt,</p>
<p>gestern erhielten wir Ihre Nachricht vom …<br />
Wir würden uns freuen, Sie bald hier begrüßen zu können.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Kraftwerk AG</p></blockquote>
<p>Dennoch sehe ich es immer wieder in E-Mails oder Briefen. Woher kommt dieser Fehler? Weil man parallel zur Zeichensetzung in der Anrede arbeitet? Weil es im Englischen so gehandhabt wird? Dort wird nämlich ein Komma gesetzt.</p>
<p>Oder weil man die Abgrenzung zwischen Grußformel und Name betonen möchte? Ich tippe auf letzteres, verbunden mit der Gewohnheit, etwas mit einem Satzzeichen abzuschließen, wobei gemäß dieser Logik nach dem Namen ein Punkt folgen müsste. Angesichts der Häufung dieses Fehlers könnte ich mir allerdings vorstellen, dass die Dudenredaktion die Schreibweise früher oder später akzeptiert. Wir werden sehen. <strong>Nach den aktuellen Rechtschreibregeln steht das Komma nach der Grußformel jedoch nicht zur Wahl, sondern ist schlichtweg falsch!</strong></p>
<p>Sie wollen sichergehen, dass Ihr Anschreiben, Ihr Werbe-Mailing oder Ihr Newsletter korrekt formuliert sind? <a href="http://lektorat-kanut-kirches.de/#kontakt">Schreiben Sie mir.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de/die-grussformel-und-das-komma/">Die Grußformel und das Komma</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lektorat-kanut-kirches.de">Lektorat Kanut Kirches</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#Lektorenalltag: Das Binnen-I</title>
		<link>https://www.lektorat-kanut-kirches.de/lektorenalltag-das-binnen-i/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lektorat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2018 07:27:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprachwissen]]></category>
		<category><![CDATA[Duden]]></category>
		<category><![CDATA[Gendern]]></category>
		<category><![CDATA[Lektorat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.lektorat-kanut-kirches.de/?p=17559</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Binnen-I Im Zuge der genderneutralen Sprache gibt es unterschiedliche Lösungsversuche. Ein bereits relativ etablierter ist die Schreibweise mit Binnen-I. Zum Beispiel KundInnen. Das ist platzsparender als Kundinnen und Kunden und zudem unkompliziert. Doch wie lesen wir das vor, ohne dass es klingt, als wäre ausschließlich die weibliche Kundschaft gemeint? Man hört nur noch „Kundinnen“. Das große I kann man durch eine veränderte Aussprache, zum Beispiel eine kurze Pause, deutlich machen. Funktioniert, ist aber nicht wirklich schön. Obwohl ich die Binnen-I-Schreibweise sinnvoll finde, störte mich genau dieser Punkt. Dann stieß ich auf eine Erklärung der Dudenredaktion (im Buch Richtig gendern – Wie Sie angemessen und verständlich schreiben, Dudenverlag 2017, siehe unten), die mir auf Anhieb einleuchtete. Die Redaktion empfiehlt nämlich, die Schreibweise mit Binnen-I als Abkürzung zu interpretieren und nicht eins zu eins in die gesprochene Sprache zu transportieren, analog zu z. B. oder etc. Man solle also „MitarbeiterInnen“ als „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ aussprechen (oder andersherum). Das oftmals gegen das Binnen-I vorgebrachte Argument, dass es sich nicht eindeutig aussprechen lasse, wird damit meines Erachtens nachhaltig entkräftet. Ob man die Binnen-I-Schreibweise allerdings vom Schriftbild her als angenehm wahrnimmt, steht auf einem anderen Blatt. Für mich persönlich ist die Schreibweise auf jeden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Binnen-I</strong></p>
<p>Im Zuge der genderneutralen Sprache gibt es unterschiedliche Lösungsversuche. Ein bereits relativ etablierter ist die Schreibweise mit Binnen-I. Zum Beispiel KundInnen. Das ist platzsparender als Kundinnen und Kunden und zudem unkompliziert. Doch wie lesen wir das vor, ohne dass es klingt, als wäre ausschließlich die weibliche Kundschaft gemeint? Man hört nur noch „Kundinnen“. Das große I kann man durch eine veränderte Aussprache, zum Beispiel eine kurze Pause, deutlich machen. Funktioniert, ist aber nicht wirklich schön.</p>
<p>Obwohl ich die Binnen-I-Schreibweise sinnvoll finde, störte mich genau dieser Punkt. Dann stieß ich auf eine Erklärung der Dudenredaktion (im Buch <em>Richtig gendern – Wie Sie angemessen und verständlich schreiben</em>, Dudenverlag 2017, siehe unten), die mir auf Anhieb einleuchtete. Die Redaktion empfiehlt nämlich, die Schreibweise mit Binnen-I als Abkürzung zu interpretieren und nicht eins zu eins in die gesprochene Sprache zu transportieren, analog zu z. B. oder etc. Man solle also „MitarbeiterInnen“ als „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ aussprechen (oder andersherum).</p>
<p>Das oftmals gegen das Binnen-I vorgebrachte Argument, dass es sich nicht eindeutig aussprechen lasse, wird damit meines Erachtens nachhaltig entkräftet. Ob man die Binnen-I-Schreibweise allerdings vom Schriftbild her als angenehm wahrnimmt, steht auf einem anderen Blatt. Für mich persönlich ist die Schreibweise auf jeden Fall besser lesbar als die Alternativen mit Asterisk (Kund*innen) oder Unterstrich (Kund_innen).</p>
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